Lorraine Huber
17 - Jan - 2018
von Hannes Heigenhauser

Magazin Snow | Ausgabe Jan / Feb 2018

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Das deutschsprachige Magazin Snow interviewte Freeride Weltmeisterin Lorraine Huber. Das komplette Interview könnt ihr hier nachlesen.

Nach einem dritten Platz beim Saisonfinale in Verbier gewann Lorraine erstmals die Freeride World Tour und wurde so Weltmeisterin in der Kategorie Ski Damen. Was der
Titel für sie bedeutet, wie man nicht nur beim Freeriden seinen Flow fi ndet und warum sie in Zukunft ihren Rivalinnen helfen will, hat sie uns im Rahmen der Freeride Film Tour erzählt.
Mit 37 Jahren gehört Lorraine Huber aus Lech nicht nur zu den erfahreneren Fahrerinnen bei der FWT, sondern auch zu den besten. Trotzdem hat es bisher noch nie zum Titel gereicht , obwohl sie schon früher das Talent dafür gehabt hätte. Schuld waren zwei schwere Verletzungen, die sie in den letzten beiden Jahren erlitt. 2015 brach sie sich den Knöchel und 2016 den Schienbeinkopf. Daher ging Lorraine 2017 ohne das ganz große Ziel in die Saison und stand am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Das lag nicht nur an ihrem skifahrerischen Können, sondern auch an ihrer mentalen Stärke. Neben ihrer Karriere absolviert Lorraine nämlich noch den Masterlehrgang in Mentalcoaching an der Uni Salzburg. Die Frage, wie einem das beim Freeriden hilft, ist neben ihrem Weltmeistertitel ein weiterer guter Grund, sich mit der Arlbergerin einmal länger zu unterhalten.

SNOW: Du bist letzte Saison Weltmeisterin geworden, herzlichen Glückwunsch noch nachträglich. Hast du das schon verarbeitet und spielt das für dich noch eine Rolle für die anstehende Tour?
Lorraine Huber: Vielen Dank. Es hat schon eine Weile gebraucht, bis ich das realisiert habe. Weltmeisterin zu werden war schon lange mein Traum. Aber als ich mir vor zwei Jahren direkt vor der Saison den Knöchel gebrochen habe, habe ich schon gemerkt, dass es wichtigere Dinge als den Weltmeistertitel gibt. Das, was mir während der Reha am meisten gefehlt hat, war Ski zu fahren, draußen zu sein, mit Freunden zu fahren. Ich habe mich dann etwas gelöst von dem Weltmeistertitel. Vor diesem ganz konkreten Ziel habe ich mich dann nach der Verletzung distanziert. Aber die Vision war noch da. Letzte Saison habe ich mich nur mehr auf mein Skifahren konzentriert und nicht auf die Ergebnisse. Das war in Verbier ganz extrem, wo ich ja unbedingt Dritte werden musste, um den Titel zu holen. Ich habe es geschafft, den Medien-Rummel sowie den Wettkampfdruck auszublenden und mich auf meinem Lauf zu konzentrieren. Tatsächlich habe ich dann auch den 3. Platz erreicht.

SNOW: Wann hast du das denn realisiert?
Lorraine Huber: Das hat schon ne Weile gedauert, bis ich kapiert hab, dass ich tatsächlich Weltmeisterin geworden bin. Ich war noch so beschäftigt mit meinem Lauf in Verbier. Ich habe schon etwas gefeiert und durfte das Sportehrenzeichen in Gold vom Land Vorarlberg, den goldenen Arlenzweig des Skiclub-Arlberg sowie den Goldenen Ehrenring meiner Heimatgemeinde Lech entgegen nehmen. Ich bin stolz darauf, dass ich trotz der Rückschläge, die ein Teil vom Sport sind, immer an mich geglaubt und alles dafü r gegeben habe.

SNOW: Man hört ja oft von Sportlern, dass sie einen Erfolg erst einmal realisieren müssen. Was genau bedeutet das, und wie war es bei dir?
Lorraine Huber: Nach dem Titel hat man ein ganz großes Ziel erreicht, das man sich gesetzt hat. Es gibt einem ein sehr gutes Gefühl und viel Selbstvertrauen, dass man eben seine Ziele erreichen kann. Man spricht in der Psychologie von Selbst wirksamkeitserwartung. Es stärkt den inne ren Glauben an sich selbst. Das hilft einem dann auch für andere Projekte inner- und außer halb des Sports. Aber wie man so einen Erfolg realisiert … Ich muss mir das immer wieder in Erinnerung rufen und das gibt einem dann ein tolles Gefühl, Selbstvertrauen und Freude.

SNOW: Spielt es für dich eine Rolle, dass du jetzt sozu sagen die Beste der Welt bist?
Lorraine Huber: Es geht mehr darum, dass ich mein persönliches Ziel erreicht habe und mich weiter entwickelt habe. Als ich meine ersten Contests gefahren bin, war ich nicht sehr erfolgreich. Ich bin oft gestürzt, habe mich häufig verfahren und war meistens zu aufgeregt. Da ich mit dem Wettkampf-Druck schlecht umgehen konnte, habe ich meine Leistung oft nicht abrufen können. Im Gegensatz zu vielen anderen Starterinnen, vor allem aus Österreich, habe ich kein Renntraining im Kindes- oder Jugendalter
gemacht. Dafür war ich schon mit 13 Jahren ständig im Gelände unterwegs. Wenn ich jetzt zurück blicke, bin ich auf meine Entwicklung schon sehr stolz. Mir geht es nicht darum, andere zu schlagen und die Beste zu sein. Mir geht es um meine persönliche Entwicklung.

SNOW: Besteht denn bei dir die Gefahr, nachdem du so ein großes Ziel erreicht hast, dass du in ein Loch fällst?
Lorraine Huber: Das Problem, ziellos zu sein, habe ich in meinem Leben noch nie gehabt. Ich bin ein sehr interessierter Mensch, und es gibt noch so viel, was ich machen und schaff en will. Ich habe immer einige Projekte in der Pipeline.

SNOW: Was sind denn deine nächsten Ziele?
Lorraine Huber: Vordergründig ist es mein Ziel, bei meinen Läufen in einen Flow-Zustand zu kommen. Das hat viel mit der Psyche zu tun. Ich beschäftige mich viel mit den mentalen Aspekten des Sports und und lerne auf Grund meines Mentalcoaching-Studiums sehr viel dazu. Das ist für mich auch ein Grund, bei der World Tour mitzufahren. Darauf fokussiere ich mich, weniger auf die Ergebnisse. Hier kann ich auch verschiedene Techniken des Mentaltrainings an mir selbst ausprobieren, damit ich später als Coach besser arbeiten kann. Abgesehen davon würde ich meinen Weltmeistertitel schon gerne verteidigen. Das ist eine sehr reizende Herausforderung ist für mich. Es ist eine Sache, Weltmeisterin zu werden, aber auch etwas anderes, Weltmeisterin zu bleiben.

SNOW: Jetzt ist Freeriden, also die Contests, ein sehr subjektiver Sport. Schließlich geht es nicht um Zeit oder Weite, sondern um die Meinung der Jury. Wie gehst du damit um?
Lorraine Huber: Ich nehme mal ein Beispiel vom Finale in Verbier letzte Saison. Wir haben vor dem Contest immer eine Besichtigung. Bei der Planung der Abfahrt ist es wichtig, den Schwierigkeitsgrad der Line richtig einzuschätzen und diese entsprechend auszusuchen. Wenn die Herausforderung mit den eigenen Fähigkeiten übereinstimmt oder nur leicht darüber liegt, kommt man leichter in Flow. Da ist dann Vorsicht geboten. Denn ist die Linie zu schwierig, bekommt man Furcht, die einen blockiert. Ist die Line zu einfach, fehlt womöglich die nötige innere Spannung. Ich versuche dann aus den Punkten heraus eine Line zu finden, die mir Spaß macht, die für die Judges gut einsehbar ist und die meinen Skills entspricht. Mehr Einfluss kann man nicht nehmen, deshalb verkopfe ich mich nicht viel darüber.

SNOW: Wie wichtig ist für dich der Kopf bei deinen Runs?
Lorraine Huber: Ohne Kopf geht nichts. Wir suchen uns bei der Besichtigung ja eine Line, die wir im Contest fahren wollen. Da wir die vom Gegenhang aus einsehen, muss in der Vorstellung das ganze Bild des Geländes umgedreht werden, damit wir uns im Hang orientieren und wichtige Orientierungspunkte während der Fahrt erkennen können. Der Übungslauf findet also praktisch in Gedanken statt. Ich visualiere meinen Lauf aus meiner Perspektive während der Fahrt bis der komplette Lauf geschmeidig in meinem inneren Auge abläuft. Erst dann bin ich bereit, aggressiv zu fahren und die Sprünge ohne zu zögern zu machen.Wie ein Abfahrtsläufer oder ein Rodler eben auch. Für mein Gehirn ist das, als ob der Lauf tatsächlich schon real wäre. Je realer, desto besser. Das ist wie ein Übungslauf, und entsprechend geht da auch die Pumpe. Aus der Forschung wissen wir, dass das Gehirn nicht wirklich feststellen kann, ob der Lauf real oder nur visualisiert ist. Je besser der Kopf mitspielt, desto besser ist das Ergebnis.

SNOW: Passiert es dir, dass du dich trotzdem auch mal verfährst?
Lorraine Huber: Ja, schon. Letztes Jahr ist es mir einmal passiert. Aber bei dem Lauf waren Besichtigung und Contest wegen des Wetters am gleichen Tag. Mir hat da die Zeit zur Vorbereitung gefehlt.

SNOW: Und was macht man dann?
Lorraine Huber: Ich habe eine ganz gute Map vom Face in meinem Kopf. Wenn ich mich verfahre, weiß ich meistens trotzdem eine Alternative. Wenn man richtig gut ist, kann man im Kopf sogar umschwen ken und noch einen Sprung oder so einbauen, wenn man merkt, dass eine andere Line besser wäre.

SNOW: Kann man das Visualisieren trainieren?
Lorraine Huber: Natürlich. Das gehört sowieso zur Vorbereitung. Man kann das Visua lisieren dann in ganz verschiedenen Situationen im Alltag üben. Dazu gehört auch das Emotionale, indem man sich überlegt, mit welcher Gefühlslage man am besten fährt. Im Wettkampf geht es dann auch darum, sich in diesen Zustand zu versetzen.

SNOW: Wie ist das bei dir?
Lorraine Huber: Angst hemmt mich brutal. Nervosität ist gut, weil dann im Körper eine gewisse Anspannung herrscht. Und die hilft mir, konzentrierter und besser zu fahren. Meine besten Runs habe ich dann geschafft, wenn ich im Flow bin.

SNOW: Aber den Flow kann man ja nicht bewusst herbeiführen, oder?
Lorraine Huber: Man kann Situationen schaff en, in denen man öfter und öfter in den Flow kommt. Mit entsprechendem mentalen Training kann man so lange üben, bis man öfter in den Flow kommt. Viele Sportler glauben, dass das willkürlich ist. Aber das stimmt nicht. Man kann sich mental sowie emotional eben die Rahmenbedingungen schaffen. Das hilft einem dann auch im Alltag sowie im Berufsleben. Zum Beispiel bei einem wichtigen Vortrag wo man genau so seine Leistung punktgenau abrufen muss. Man darf sich hier nicht nur auf das Ergebnis konzentrieren. Viel mehr ist die Frage, worauf man seine Aufmerksamkeit richtet. Beim WettkampfFreeriden ist es so, dass der Körper nur das ausführt, was man davor mental trainiert hat. Da braucht man dann die Gedanken nicht mehr. Die stören einen oft nur. Wenn ich einen super Sprung und eine schwierige Landung geschafft habe, kommt ab und zu noch der Gedanke: Jetzt darf ich nichts mehr versauen. Das bringt mich dann kurz aus dem Flow. Es gibt über den Körper dann wieder gute Techniken, in den Flow-Zustand zurückzukehren. All dies braucht Übung, damit man es in Wettkampfsituation umsetzen kann.

SNOW: Du hast dich zweimal schwer verletzt. Welchen Einfl uss haben denn diese Rückschläge auf die Psyche?
Lorraine Huber: Das hängt total von der Einzelperson ab. Als ich mir den Schienbeinkopf gebrochen habe, bin ich über einen Drop zu langsam gefahren und mit den Skienden auf einem Stein gelandet. Jetzt kann man für sich die Sache so interpretieren: Das ist voll schlecht gelaufen, ich suchemir in Zukunft Sprünge aus, bei denen ich nicht so weit springen muss. Oder man kann nüchtern an die Sacherangehen und sich überlegen, woran es gelegen hat: Ich war zu langsam, ich werde also immer darauf achten, dass ich schnell genug bin. Diese Erfahrung dient als Feedback und zum Lernen. Ein Fehler muss keine Niederlage, sondern kann auch Feedback sein. Ich habe es zum Anlass genommen, noch mehr zu trainieren und mit mehr Speed über die Hindernisse zu fahren. Das war für mich immer eine Herausforderung, weil ich ein bisschen Respekt hatte. In der Folge war ich aggres siver und entschlossener, was mir dann auch sehr geholfen hat. Für den Erfolg sind solche Niederlagen sehr wichtig.

SNOW: War die letzte Saison für dich so eine „Jetzt erst recht“-Saison?
Lorraine Huber: So kann man das nicht sagen. Ich wollte mir selbst vor allem beweisen, dass ich auch in einer Wettkampfsituation gut Skifahren kann. Psyche und Mentaltraining sind ja sehr wichtig für dich.

SNOW: Kam das durch den Sport, oder hast du dich schon vorher dafür interessiert?
Lorraine Huber: Ich bin durch einen schweren Schicksalsschlag dazu gekommen, ab diesem Zeitpunkt habe ich begonnen, mich für Persönlichkeitsentwicklung zu interessieren und habe sehr viel in dieser Richtung gelesen. Das waren die Anfänge. Als Athletin habe ich schon immer neue Ideen und Wege gesucht, meine Leistung zu verbessern, da spielt der mentale Aspekt eine große Rolle.

SNOW: Kannst du dir vorstellen, nach der Karriere in dem Bereich zu arbeiten?
Lorraine Huber: Das ist mein Traum. Darum mache ich auch die Ausbildung. Ich möchte mit Leistungssportlern arbeiten, aber auch mit Menschen im Businessbereich, die ja auch unter Leistungsdruck stehen. Das Th ema wird immer präsenter und brisanter. Ich habe vor der Profi -Freeride-Karriere ein BWL-Studium abgeschlossen, das würde gut zusammenpassen.

SNOW: Du bietest Freeride-Camps für Frauen an. Spielt der Lawinenunfall hier eine Rolle?
Lorraine Huber: Mein Ziel mit den Women’s Progression Days ist erstens, Frauen, die im Gelände fahren und freeriden zusammen zu bringen und so eine Community zu schaffen. Viele Frauen sind meistens mit Männern im Gelände unterwegs, und es ist nicht so einfach, andere Frauen zu fi nden, die ebenso gerne im Gelände fahren. Zweitens ist es mir wichtig, den Teilnehmerinnen Kenntnisse und Fertigkeiten mitzugeben, um autonomer am Berg agieren zu können und im Entscheidungsfi ndungsprozess am Berg involviert zu sein. Auch im absoluten Notfall sollen die Teilnehmerinnen wissen, was zu tun ist und wie sie helfen können.

SNOW: Lernen Frauen denn anders?
Lorraine Huber: Ich glaube schon. Mein Grundgedanke ist aber ein anderer. Es gibt ja nur wenige Frauen, die wirklich im Gelände fahren. Die meisten fahren mit ihrem Partner oder ander en Männern und sind oft die einzige Frau in der Gruppe. Die verkopfen sich dann oder machen sich Sorgen, dass sie die anderen aufhalten. Wenn Frauen unter sich sind, fallen diese Angst und die Hemmungen weg, dass sie das Gefühl haben, etwas nicht zu schaff en. Frauen haben in dieser Hinsicht ein geringeres Selbstvertrauen als Männer, die oft die Haltung haben „irgendwie geht das dann schon“. Frauen zweifeln eher an sich oder erwarten, etwas sehr gut zu können, bevor sie sich etwas zutrauen. Da können wir Frauen uns ab und zu eine Scheibe von den Männern abschneiden. Mit anderen Mädels unterwegs zu sein, macht einfach Spaß und motiviert, weil man auch andere Frauen sieht, die sich überwinden und Dinge schaff en, die vorher schwierig erschienen sind. Der direkte Vergleich motiviert viele Frauen. Die Stimmung ist gut, und die Frauen sind auch verständnisvoll, wenn sie einmal warten müssen. Es ist eine tolle Erfahrung.

SNOW: Für wen sind deine Camps denn?
Lorraine Huber: Die Women’s Progression Days richten sich an Frauen, die bereits im Gelände Erfahrung haben und ihr Wissen und Können ausbauen wollen. Das Schöne daran ist, dass die Frauen oft neue Skibuddys fi nden, mit dem sie dann gemeinsam fahren können. Denn wie ich schon gesagt habe, sind Freeriderinnen leider noch deutlich in der Unterzahl. Oft entsteht eine richtige Community nach so einem Camp. Für mich ist dann noch wichtig, dass die Teilnehmerinnen eben geschult sind, was die Risikoberechnung angeht, und sich nicht immer auf die Männer verlassen müssen. Außerdem sollen sie sich im Ernstfall nicht hilfl os fühlen, sondern wissen, was sie in einer NotfallSituation tun müssen. Denn es gibt nichts Schlimmeres als das Gefühl, hilflos zu sein.

SNOW: Bist du denn ein Mensch, der andere Fahrer auch anspricht, wenn sie ohne Equipment fahren?
Lorraine Huber: Ja. Ich denke, das gehört auch zu unserer Verantwortung. Bei den Contests und den Filmen zeigen wir, wie toll Freeriden ist. Daher sehe ich es auch als unsere Verantwortung, auf die Risiken aufmerksam zu machen.

SNOW: Du hast als Kind zehn Jahre in Australien gelebt . Hast du von dieser Lebensart auch etwas übernommen?
Lorraine Huber: Meine Mutter ist Australierin, und sie hat mich immer ermuntert, meine Träume zu leben, die Welt zu entdecken und Neues auszuprobieren. Mein Papa ist Lecher und hat mir eine gute Arbeits-Ethik beigebracht und Sachen im Leben Wert zu schätzen. Das hat mir viel geholfen. Ich bin sozusagen zwischen zwei Extremen aufgewachsen, und der goldene Mittelweg war für mich das Beste, was mir passieren konnte.

SNOW: Wir sind hier jetzt auf dem Freeride Film Festival. Welchen Film hast du mitgebracht?
Lorraine Huber: Der Film heißt „Struktur – eine Skispur in der Kulturlandschaft“ vom Vorarlberger Filmemacher Hanno Mackowitz. Es geht um die von Menschen erschaff enen Strukturen am Beispiel Arlberg. Der Mensch hat die Landschaft dauerhaft verändert, und die Struktur erlaubt den Menschen, die Landschaft überhaupt zu erreichen, zu nutzen und zu genie ßen. Dazu gehören auch Straßen und Lifte . Die meisten Filme blenden das aus und versuchen, eine Welt vorzugaukeln, in der alles naturbelassen ist. Diese unberührte Naturlandschaft gibt es schon lange nicht mehr. Zu den Bildern spricht ein Architekturtheoretiker, der schöne Dinge sagt, die zum Nachdenken anregen. Wir werfen noch die Frage auf: Wie viel Struktur brauchen wir, auch im normalen Leben? Es geht in dem Film nicht um die sportliche Leistung. Daher hebt er sich von anderen Skifi lmen am Markt deutlich ab. Ich bin einen Schritt zurückgegangen und habe Platz gemacht für ein anderes Th ema, in dem das Skifahren trotzdem mittransportiert wird. Wir wollten einen Film machen, der einfach einmal anders ist, und ich glaube, das ist uns gut gelungen.

Lorraine Huber im Video

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