Skilehrer Zeitraum Magazin
13 - Oct - 2014

Skilehrer auf Knopfdruck

zur Magazin Übersicht

Skilehrerinfo. ein neues Computerprogramm gibt einen Überblick über kurzfristig verfügbare Skilehrer. Damit können den Gästen weiterhin unvergessliche Stunden in der alpinen Bergwelt garantiert werden.

Die Idee mit der „Skilehrerinfo.com“ stammt von Martin Schuster, einem begeisterten Ski- und Bergführer, der mit seinem Alpincenter Lech eine der sieben Skischulen in Lech gegründet hat. Der gebürtige Steirer ist schon vor mehr als 30 Jahren nach Lech gekommen – und er ist gekommen, um zu bleiben. Im Winter ist der heute 48-Jährige passionierter Skilehrer, in den Sommermonaten tourt er als Bergführer mit seinen Gästen durch die alpinen Landschaften der Gegend. Die Skilehrerinfo.com ist keine technische Spielerei des leidenschaftlichen Computerprogrammierers, sie war schlicht und einfach notwendig geworden. Martin Schuster erklärt: „Bis vor Kurzem war jeder Skilehrer selbstständiger Unternehmer und für seine Steuern und Sozialabgaben selber verantwortlich. Dann hat der Gesetzgeber die Regeln geändert und plötzlich mussten alle Skilehrer in ein Angestelltenverhältnis wechseln.“ Selbstständig durften nur jene Skilehrer bleiben, die eine Ausbildung zum staatlich geprüften Ski- und Bergführer vorzuweisen hatten und ausnahmsweise auch jene, die bereits seit mehr als zehn Jahren im Raum Lech Zürs als Skilehrer unterwegs sind. Damit wurde die Tätigkeit des Skilehrers aber für diejenigen unattraktiv, die als Studenten oder Freiberufler nur in den stärksten Saisonmonaten auf den Arlberg kamen, um sich etwas dazuzuverdienen. Durch das Ausbleiben der Studenten – vor allem in der Nebensaison hat sich am Skilehrermarkt sehr schnell eine Verknappung ergeben, erinnert sich Martin Schuster: „Das ganze System drohte zu implodieren. Denn nicht alle früher selbstständigen Skilehrer sind als Angestellte in die Skischulen gewechselt, viele haben mit ihrem nun nicht mehr so lukrativen Nebenjob aufgehört. Für die Gäste ist es immer schwieriger geworden, kurzfristig einen Skilehrer zu bekommen. Also hat sich was ändern müssen, denn perfekter Service für unsere Gäste steht für uns selbstverständlich im Vordergrund.“

Kurzfristig verfügbar

Einen Skilehrer aufzutreiben, ist vor allem für das Hotelpersonal eine mühevolle Angelegenheit. Waren dafür früher die Skischulen erste Anlaufstelle, so sind deren Skilehrer heute ausgelastet und stehen kaum mehr für spontane Touren und Skitage zu Verfügung. Und einen der fünfzig konzessionierten Skilehrer zu kontaktieren, ist einer Rezeptionistin kaum zuzumuten, weiß Schuster: „Die kann ja schlecht einen ganzen Packen Visitenkarten zur Hand nehmen und fünfzig Skilehrer durchtelefonieren, vielleicht sogar mehrmals am Tag. Die kommt ja zu nichts anderem mehr.“ Um das Problem zu lösen, wurde eine eigene Arbeitsgruppe gebildet. Mit dabei sind die vier Skischulen Exklusiv, Lech und Oberlech, das Alpincenter Lech von Martin Schuster und zwölf konzessionierte Skilehrer. Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Plattform Skiehrerinfo.com und seit Ende 2012 ist das Projekt im Internet online. Über einen Onlinezugang sehen die Hotelmitarbeiter jetzt auf einen Blick, welche Skilehrer, Langlauflehrer oder Schneeschuhwander Guides zur Verfügung stehen. Die Gäste werden nach ihrem Fahrkönnen eingeteilt. Für den kompletten Anfänger, den fortgeschrittenen Pistenfahrer, den versierten Variantenskiläufer oder für den Liebhaber von Skitouren oder Schneeschuhwanderungen wird dann der passende Skilehrer zugeteilt. Aber maximal für zehn Tage im Voraus. „Für langfristige Vorausplanungen ist unsere Plattform nicht gedacht“, erklärt Martin Schuster. „Es geht um die kurzfristig verfügbaren Skilehrer. Das lange Telefonieren fällt damit schon einmal weg und die Zufriedenheit der Gäste steigt. Das ist es, was für uns zählt.“ Zumindest für die Gäste jener Hotels, die sich der Plattform Skilehrerinfo.com bereits angeschlossen haben. Da war auch einiges an Überzeugungsarbeit notwendig, erinnert sich Schuster: „Es gibt schon derart viele Internetseiten und Programme, es war also nicht ganz einfach, die Hotelbetreiber und deren Mitarbeiter vom Sinn einer weiteren Plattform zu überzeugen. Aber es ist uns ganz gut gelungen, glaube ich.“

Martin Schuster, Alpincenter Lech

Skilehrer Zeitraum Magazin

„Der perfekte Service für unsere Gäste steht für uns selbstverständlich im Vordergrund.“

Ausschließlich ortsansässige Skilehrer

Das kann man sagen, denn keine zwei Stunden, nachdem die Plattform erstmals online war, haben sich bereits fünfzig Beherbergungsbetriebe als User angemeldet. Sie haben als Erste erkannt, wie wichtig es für die Gäste ist, jederzeit einen Skilehrer zur Verfügung zu haben. Und dass sie mit ihren Guides unvergessliche Stunden auf den Pisten und Berghängen der Umgebung haben werden, dafür garantieren auch die „Spielregeln“ der Plattform, wie Initiator Schuster sagt: „Ausnahmslos alle von der Skilehrerinfo.com vermittelten Skilehrer müssen ortsansässig sein, damit ist für den Gast sichergestellt, dass sich sein Guide in der Gegend perfekt auskennt. Und jeder Skilehrer muss haftpflichtversichert sein, auch das wird von uns garantiert und kontrolliert.“ Für die Skischulen und die registrierten, konzessionierten Skilehrer wird für den Online- Zugang jährlich ein kleiner Obolus fällig, für die Hotels und Pensionen ist der Zugang kostenlos. Die Seite funktioniert klaglos und ist für die Beherbergungsbetriebe zugleich Erleichterung und Bereicherung. Oft sind es nur die kleinen Dinge, die einem Gast in Lech oder Zürs den Aufenthalt noch ein bisschen unvergesslicher machen. Die Vielzahl dieser „kleinen Dinge“ haben Lech und Zürs zu Topdestinationen in den Alpen gemacht und den weltweit guten Ruf begründet. Die Skilehrerinfo.com gehört auch zu diesen „kleinen Dingen“, auch wenn die Plattform in naher Zukunft noch kräftig weiter wachsen wird. «

comments powered by Disqus