Hochlichtspitze(c)Lech-Zuers-Tourismus_by_Hannes-Heigenhauser
30 - Oct - 2017
von Hannes Heigenhauser

Wandern und Bergsteigen im Oktober

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Die Tage werden kürzer, die Bergwiesen leuchten in herbstlichen Farben und die Temperaturen kündigen auch eher schon den nahenden Winter an.
Doch gerade der Oktober ist für Wanderer einer der schönsten Monate. Stabile Wetterlagen lassen auch längere Touren zu und durch die angenehme Kühle wird auch ein längerer Marsch zum Vergnügen.

So entschloss ich mich gemeinsam mit Skilehrern in Lech, noch einmal zur Göppinger Hütte aufzusteigen, auch um das Gelände für den Winter zu erkunden. Es hat sich auf alle Fälle gelohnt.

07:00 Uhr - Der Wecker klingelt

Kalt ist es an diesem Sonntagmorgen, eine dicke Reifschicht bedeckt die Wiesen vor meiner Wohnung. Nach einem kurzen Frühstück werde ich auch schon freudig von Daniel und Verena erwartet. Daniel ist seit nunmehr 3 Saisonen als Skiführer in Lech tätig und kennt bereits die meisten Varianten und Abfahrten. Doch gerade deshalb will er wohl zur Göppinger Hütte, um noch einige Touren mehr zu entdecken:

"Vielleicht geht ja dann im Winter was Neues"

Gemeinsam holen wir die Vierte im Bunde - Maggi - von zu Hause ab und brechen zu viert in Richtung Älpele auf. 

08:30 - Abmarsch

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Vom Älpele führt uns ein Schotterweg in Richtung Göppinger Hütte. Die anfängliche Müdigkeit wird in den ersten Minuten "weggewandert", dann geht es in zügigem Schritt nach oben. Während es im Schatten noch kühl ist, wird es spätestens ab dem Übergang zum Wanderweg, wo uns die Sonne begrüßt, warm und wir machen eine kurze Pause. 

10:00 - Göppinger Hütte

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Ein einsam röhrender Hirsch erfüllt das ganze Zugertal mit seinen Brunftlauten und begleitet uns damit im weiteren Anstieg. Immer deutlicher heben sich die Schattenhänge ab, an denen Schnee bereits weite Teile bedeckt hält. Dagegen ist es in der Sonne angenehm warm, sodass wir die Meter bis zur Göppinger Hütte kaum bemerken.

Aufbruch Hochlichtspitze

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Dennoch wechseln sich schneebedeckte Flächen und herbstliche Wiesen in dieser Höhe innerhalb weniger Meter ab. Wir beschließen, die Hochlichtspitze (2.600 Meter) zu besteigen, da der Weg zumeist auf der Sonnenseite des Berges verläuft. 

So deponieren wir im Schnee vor der Hütte unsere Brotzeit (Nochmals Danke an Daniel und Verena, dass sie die Verpflegung für alle mitgetragen haben) um bei der Rückkehr die gekühlten Getränke und Jause im Sonnenschein genießen zu können. 

Weg zum Gipfel

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Das Panorama auf dem Weg zum Gipfel könnte schöner nicht sein. Immer wieder blicken wir in Richtung Hoher Ifen und die anderen Berge der westlichen Allgäuer Alpen. Direkt hinter uns glänzt bereits der Westliche Johanneskopf schneebedeckt in der Mittagssonne. 
Der Weg wird wenige Meter hinter der Hütte bereits merklich steiler und alpiner. In Serpentinen geht es immer weiter bergauf, bis wir schließlich im zerklüfteten Fels die letzte halbe Stunde zum Gipfel klettern.

Genuss in der Sonne

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Wohl sind wir nicht die einzigen, die Herbstsonne lädt auch die Tierwelt zum Rasten ein. So sind wir wohl für den Steinbock nicht mehr als lästige Ruhestörer. Er lässt sich jedoch von uns nicht in seinem Müßiggang beirren, auch wenn er uns interessiert beobachtet.

Gipfelpanorama

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Glücklich erreichen wir das Gipfelkreuz und bestaunen das atemberaubende Bergpanorama, das sich uns bietet. Direkt hinter dem Gipfelkreuz hat sich im Schatten bereits eine dicke Eis- und Schneeschicht angesetzt.
Daniel schaut umher und entdeckt wohl mehrere lohnende Abfahrten. Zumindest sagt sein Blick, dass sich der Anstieg auch im Hinblick auf den kommenden Winter gelohnt hat.  

Abstieg

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Nach kurzer Gipfelrast beginnen wir etwa um 13:00 mit dem Abstieg zur Göppinger Hütte. Die Schneefelder, die direkt neben dem Weg liegen, werden natürlich für kurze Rutschpartien genutzt. An der Hütte angelangt, ziehen wir die Schuhe auf der Terrasse aus und genießen die warme Herbstsonne in vollen Zügen. 

Mit der immer tiefer werdenden Sonne brechen wir wieder Richtung Älpele auf. Immer wieder geht der Blick umher in die Lecher Bergwelt, um die Schönheit dieser Berglandschaft voll auszukosten. In wenigen Wochen werden die Berge wieder schneebedeckt sein. Die Vorfreude, diese Berge wieder auf Skiern zu erkunden, steigt mit jedem Meter, den wir in Richtung Tal gehen anstatt zu fahren.

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