Der Weisse Ring - Das Rennen
08 - Jan - 2015

DAS Rennen

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JUBILÄUM! Zum zehnten Mal wird am 18. Jänner 2015 in Lech Zürs am Arlberg Der Weiße Ring - Das Rennen ausgetragen. Ein Skirennen, das in diesem einen Jahrzehnt bereits zur Legende geworden ist.

Der Weiße Ring – den Begriff gibt es schon seit vielen Jahrzehnten, er bezeichnet eine 22 Kilometer lange Skirunde in Lech, Zürs, Zug und Oberlech. Den Grundstein zum Weißen Ring legte der Lift-Pionier Sepp Bildstein, der im Jahr 1940 seine Vision verwirklichte, in Lech Zürs Skilifte zu bauen. Zu Ehren von Sepp Bildstein hat die Lech Zürs Tourismus gemeinsam mit den Liftgesellschaften vor zehn Jahren das Skirennen „Der Weiße Ring - Das Rennen“ ins Leben gerufen und eigentlich war dieses Rennen von seiner ersten Auflage an eine Legende. Das liegt vor allem an den sagenhaften 22 Kilometern Streckenlänge und den damit verbundenen 5500 Höhenmetern – kein anderes Rennen der Welt war damals länger, der Eintrag ins Guinness Buch der Weltrekorde hat den Status des Weißen Rings zusätzlich aufgewertet. Aber der Weiße Ring ist weit mehr als nur ein Skirennen, er ist ein Volkslauf, an dem jeder teilnehmen kann.

220 freiwillige Helfer

Hugo Bertsch

Wobei – jeder wird nicht am Weißen Ring teilnehmen können, die 1000 Startplätze waren auch dieses Jahr binnen weniger Stunden vergriffen. Für das Organisationsteam ist der Weiße Ring jedes Mal aufs Neue eine gewaltige Herausforderung, wie Rennleiter Hugo Bertsch sagt, der von Anfang an dabei war: „Der Weiße Ring ist mittlerweile so groß geworden, dass er eigentlich das ganze Jahr über vorbereitet wird. Wir versuchen die Abläufe permanent zu optimieren, oberste Priorität hat die Sicherheit der Teilnehmer. Inzwischen sorgen mehr als 220 freiwillige Helfer dafür, dass die Veranstaltung so reibungslos wie möglich abläuft.“

Grundvoraussetzung für größtmögliche Sicherheit bei einem Skirennen sind optimal präparierte Abfahrtspisten. Dafür sorgen seit dem ersten Rennen die Pistenmannschaften der Liftgesellschaften gemeinsam mit dem Team des Ski-Club Arlberg und natürlich ist der Weiße Ring auch für den Ortsobmann des Ski-Clubs Arlberg in Lech, Stefan Jochum, immer wieder etwas ganz Besonderes: „Mit einem üblichen Weltcup-Rennen ist diese Veranstaltung nicht vergleichbar, alleine schon durch die Streckenlänge und das Befahren von vielen unterschiedlichen Pistenabschnitten. Unser Team unter der Führung von Rennleiter Bertsch setzt sein ganzes Know-how dafür ein, gemeinsam mit den Verantwortlichen der Liftgesellschaften eine gut präparierte, sichere und wohl einzigartige Rennstrecke zu bieten."

Stürze braucht niemand

Patrick Ortlieb

Zwar gibt es beim Rennen auch immer wieder Stürze, die meisten gehen aber zum Glück glimpflich aus. Die Rettungskräfte sind aber wegen dem Weißen Ring nicht mehr gefordert, als sie es an einem normalen Skitag in Lech Zürs auch sind. Dass so mancher Skirennläufer beim Rennen sein fahrerisches Können überschätzt, weiß auch der Lecher Olympiasieger Patrick Ortlieb, der den Weißen Ring heuer zum zehnten Mal fährt und die prestigeträchtige Siegestrophäe bereits mehrfach bei sich zu Hause stehen hat: „Der Reiz vom Weißen Ring ist halt für viele, dass sie auf einer gesperrten Rennstrecke unterwegs sind und man es auch mal tuschen lassen kann. Aber bitte dabei das Hirn einschalten, denn Stürze oder Verletzungen braucht niemand. Ganz davon abgesehen – der Weiße Ring ist immer noch ein Volkslauf und entscheidet sich meistens am Lift. Es nützen einem die schnellsten Schussfahrten nichts, wenn dann der Sessellift für eine halbe Minute stehen bleibt, weil sich jemand mit dem Einsteigen schwer getan hat.“

Patrick Ortlieb spricht damit eine weitere Besonderheit des Weißen Rings an – um zum jeweiligen Abfahrtspunkt der 22 Kilometer langen Skirunde zu gelangen, sind einige Passagen mit Aufstiegshilfen notwendig, etwa die Seekopfbahn, die Madlochbahn oder ganz am Anfang die Auffahrt mit der Seilbahn auf den Rüfikopf. Diese Zwangspausen sorgen auch dafür, dass die Teilnehmer am Weißen Ring wieder einigermaßen zu Atem und zu Kräften kommen.

5 Starts, 5 Siege

Geli Kaufmann

Eine, die keinen Lift braucht, um während des Rennens durchzuschnaufen, ist Angelika Kaufmann aus Zug. Die 28-jährige Skilehrerin hat bisher fünf Mal am Weißen Ring teilgenommen und sie hat das legendäre Rennen ebenso oft gewonnen. Einmal war sie in der Gesamtwertung am elften Rang platziert, also waren gerade einmal zehn Männer schneller. Für das Rennen bereitet sich Angelika Kaufmann übrigens gar nicht besonders vor: „Ich bin ja ohnehin jeden Tag auf den Skiern unterwegs, da passt das schon von der Kondition her. Ein paar Tage vor dem Rennen hole ich aber die Abfahrt-Ski aus dem Keller, um mich wieder an die langen Latten zu gewöhnen.“

Der Weisse Ring - Das Rennen 2014

Wirft man einen Blick auf die Ergebnislisten, dann ist es schon sehr erstaunlich, dass die Mehrzahl der Teilnehmer die 22 Kilometer in weniger als einer Stunde bewältigt. Der Rekord von Patrick Ortlieb liegt bei sagenhaften 44:35:07 Minuten und auch Angelika Kaufmann braucht für den gesamten Weißen Ring nur unwesentlich länger als eine Dreiviertel-Stunde. Für heuer hat sich Kaufmann übrigens wieder den Sieg beim Weißen Ring als Ziel gesetzt – viele hinter ihr platzierten Männer dürfen bereits jetzt an ihren Ausreden arbeiten.

Der Weisse Ring - Das Rennen 2014

In den letzten Tagen und Wochen ist Rennleiter Hugo Bertsch regelmäßig mit Anfragen aus aller Welt zum Weißen Ring konfrontiert, etwa die eines Lecher Stammgastes im letzten Jahr: „Der hat mich von einem Flughafen in Amerika aus angerufen und wollte wissen, ob das Rennen termingerecht stattfindet. Ich bejahte und er hat gemeint: Gut, dann fliege ich zu euch und pünktlich zum Rennstart war er dann da.“ Auf den Startlisten des Weißen Rings sind auch immer zahlreiche Prominente zu finden, die sich auf der legendären Skirunde beweisen wollen. Neben den ehemaligen Größen aus dem Skisport kommen auch Stars aus anderen Sportarten, wie David Coulthard oder Boris Becker nach Lech zum Rennen, um ihr skifahrerisches Können unter Beweis zu stellen.

Der Weisse Ring - Das Rennen 2006

Dennoch ist der Weiße Ring ein Volkslauf geblieben, der Spaß an der Freude steht für alle Teilnehmer im Vordergrund. Rennleiter Bertsch denkt gerne ein paar Jahre zurück, als auch verkleidete Gruppen von Skifahrern den Weißen Ring in Angriff genommen haben, besonders an die Pinguine erinnert er sich heute noch. Der Weiße Ring soll abseits seines Wettkampfcharakters ein Event bleiben, bei dem sich die Teilnehmer in erster Linie gut unterhalten und mit der Bewältigung der 22 Kilometer langen Abfahrtspiste auch ein sportliches Ausrufezeichen setzen. Jeder, der die Ziellinie des Rennens überquert, ist eine Siegerin oder ein Sieger und der Weiße Ring wird für jeden der mehr als 1000 Teilnehmer für immer unvergessen bleiben.

Der Weiße Ring - Das Rennen - Die Story

Der Weisse Ring - Das Rennen 2012

Seit über sechzig Jahren ist die Skirunde „Der Weiße Ring“ in Lech Zürs im Alpenraum einzigartig. Auch wenn sowohl in Zürs (Seekopf- oder Zürserseebahn) als auch in Zug (Zugerberg Bahn) in den Weißen Ring eingestiegen werden kann, ist der klassische Ausgangspunkt die Rüfikopfbahn in Lech. Nach der Auffahrt auf 2337 Meter steht mit der Abfahrt Richtung Zürs die erste Etappe auf dem Programm, die die Teilnehmer über Schüttenbodenlift, Trittalpbahn und die beeindruckende Hexenboden-Piste nach Zürs führt. Hier wartet mit der Seekopfbahn, gefolgt von der Madlochbahn, der nächste große Aufstieg auf 2444 Meter Seehöhe. Von hier startet der anspruchsvollste Teil des Rennens, die fast fünf Kilometer lange Skiroute „Madloch“. Viele Skifahrer schaffen es nicht, die am Ende leicht ansteigende Piste durchzufahren und müssen mühsam anschieben, natürlich bei entsprechendem Zeitverlust. In manchen Jahren kann die Route „Madloch“ gar nicht gefahren werden, für diesen Fall wird allen Teilnehmern eine „Penalty-Time“ zum Endergebnis dazugerechnet. Nach der Abfahrt über die Skiroute nach Zug gelangt man mit der Zugerberg Bahn zur letzten Etappe über die Kriegeralpe nach Oberlech und die Schlegelkopf-Talabfahrt zurück nach Lech (22 Kilometer und 5500 Höhenmeter).

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